Verlag A. Sch. V. W.
Verlag A. Sch. V. W.

Die G 4/5 Dampfloks prägen ab 1904 bis zur Elektrifikation das Eisenbahnbild Graubündens. Die No 104 gehört zur ersten Serie von vier Loks mit der Nummer 101 - 104.. Bewährt auf den steilen Passagen am Albula werden weitere 25 noch stärkere Maschinen gebaut. Hersteller SLM, Ausliefer-ung 12. August 1904, Nassdampf-Verbundlok, Leistung 440 PS, Preis CHF 61'500.--, verkauft im Jahr 1950 an Ferrocarril de la Robla, dort die Nr. 104 "José de Aresti", ausgemustert um 1970  

Phot. und Verlag M. Maggi, Ilanz
Phot. und Verlag M. Maggi, Ilanz

Die Fahrt durch die zerklüfte Vorderrheinschlucht ist land-schaftlich ein Genuss für jeden Naturliebhaber. Von Reichenau

nach Ilanz. schlängelt sich die Strecke dem Rhein entlang und offenbart eine naturbelassene wilde Landschaft, welche der

Flimser Bergsturz vor ungefähr

zehntausend Jahren verursacht hat..

 

 

 

 

 

Phot. und Verlag M. Maggi, Ilanz
Phot. und Verlag M. Maggi, Ilanz

Besonders spektakulär sind die einzigartigen Felsformationen bei Versam. Um diesen auszu-

weichen überquert die Strecke unterhalb des Bahnhofs den Vorderrhein. Der Verlag Maggi Ilanz hat in dieser Umgebung

einige Bahnobjekte aufgenom-men, meistens allerdings ohne Dampfzüge. 

Phot. M. Maggi Ilanz, gestempelt 04.10.1903
Phot. M. Maggi Ilanz, gestempelt 04.10.1903

Kurz nach der Fertigstellung der Linie Reichenau - Ilanz entsteht diese interessante Karte vom Bahn- hof Ilanz. M. Maggi gestaltet wie viele Ansichten von Simon Tanner eine Jugendstilkarte.

Das Stationsgebäude; Neben den Fenstern 

des zweiten Stockes befindet sich noch einen Rest des Einweihungsschmuckes. 

 

 

 

 

 

Diesen Ausschnitt finde ich sehr interessant, handelt es sich doch um den Einweihungstag der neuen Bahnlinie Reichenau - Ilanz vom 01. Juni 1903. Soeben ist der Sonderzug eingetroffen und die vielen

Menschen geniessen die Aktivitäten der Festlichkeiten. Später wird ein Umzug im Dorf stattfinden. Beeindruckend, wie viel Grünfläche sich noch um den Bahnhof befindet. 

 

Es dauert weitere neun Jahre, bis die Linie nach Disentis gebaut und Ilanz zum Durchgangsbahnhof wird. Die Direktion bewilligt zuerst die beiden Strecken Samedan - Pontresina und Davos - Filisur.

 

Am 04.. Oktober .1903 stempelt der Posthalter die Karte in Ilanz, bereits einen Tag später erreicht sie Grono. Obwohl mit Dampf und Postkutsche unter-wegs, die Zustellung war beachtlich schnell.

 

 

 

 

 

Phot. & Verlag Moritz Maggi, Ilanz
Phot. & Verlag Moritz Maggi, Ilanz

Der Russein Viadukt ist eines der wenigen spektakulären Bauwerke auf der Vorder-rheinroute. Dazu ein Bild während seiner Entstehung Ende September 1911. Bereits einen Monat später sind die 20m weiten Wölbungen mittels schöner Granitquader geschlossen. Bekannt ist auch die im Jahre 1857 eröffnete Holzbrücke, welche sich unmittelbar neben dem Viadukt befindet (siehe Karte unten).
       

Stamparia Atelier Artistic J.E. Wolfensberger Zürich
Stamparia Atelier Artistic J.E. Wolfensberger Zürich

Das ist die originale "Carta Festiva", die

eigens zum Eröffnungstag vom 30. Juli 1912 kreiert wurde. Der Künstler J. E. Wolfensberger hält sich an die regionalen Begebenheiten und verwendet die romani-sche Sprache. Die Vorgabe für seine küns-tlerische Idee ergibt sich mit den beiden

einzigartigen Russein Brücken.

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Fantastisch, dass die Festkarte

am Eröffnungstag in Disentis

fachmännisch abgestempelt wird.. Das macht sie meiner Meinung nach vollkommen.


Noch einige Angaben zum Bau der Linie Ilanz - Disentis: Am 10. April 1910 beginnen unter der Leitung von Chefingenieur Peter Saluz die Bauarbeiten. Die Strecke wird dabei in vier Lose eingeteilt: Ilanz–Petersbach, Petersbach–Trun, Trun–Sumvitg-Cumpadials, Sumvitg-Cumpadials–Disentis. Die ersten beiden Abschnitte machen keine Schwierigkeiten, da sie am Talboden entlangführen und nur, wenn die Strecke sich dem Fluss nähert, Aufschüttungen und Dämme erfordert.. Die anderen beiden 

Teilstrecken erfordern den Bau von Kunstbauten und Tunnels. Der Bahnhof Disentis wird im Gegen-satz zu allen anderen Bahnhöfen grösser gestaltet, da die Rh.B. auf den Hinblick der Streckeneröff-nung der Furka-Oberalp-Bahn plant. Da die Bauarbeiten an der gesamten Strecke zügig vorangehen,

kann diese bereits nach zwei Jahren Bauzeit am 30. Juli 1912 feierlich eröffnet werden.