Werkphoto Brown Broveri
Werkphoto Brown Broveri

Für die Engadin Bahn ist der 1. Juli 1913 ein grosser Tag. Erstmals fährt der öffentliche Zug von Bever nach Scuol. Die Bauzeit beträgt 4 Jahre. Schon ab dem ersten Tag elektrisch betrieben ist sie der Stolz der Engadiner; kein Russ und Gestank wie bei den Unterländer Dampfbahnen. Eine dieser neuen Elektroloks ist die Ge 4/6 No. 301

Verlag Carl Künzli-Tobler Zürich
Verlag Carl Künzli-Tobler Zürich

Auf dieser seltenen Karte von Bever hat Carl Künzli-T. die 

"moderne" Engadiner,- sowie die noch dampfbetriebene Albula-

bahn aufgenommen. Rechts ist 

die Ge 4/6 No 352 mit neus-

ten Personenwagen von Scuol her eingetroffen, gegenüber räu-

chelt eine G 4/5 vor sich her.

Vor der Weiterfahrt nach Samedan kontrolliert der

Heizer nochmals seine Dampflok. Die Fahrt über den Albula war anstrengend und die Lok will nachgeschmiert werden..

Verlag Carl Künzli-Tobler Zürich, gestempelt 07.11.1913
Verlag Carl Künzli-Tobler Zürich, gestempelt 07.11.1913

In Bever steigen die Reisenden

von der Albula- auf die Engadin Bahn um. Der Absender schreibt

unter der Ge 4/6 No 301: "Dies ist unsere Lokomotive in Bevers"

Beachtlich finde ich die Länge des Zuges. In Scuol T. beginnen die Blütenjahre des Tourismus.

Verlag Andi Hane Rorschach, gestempelt 10.09.1915
Verlag Andi Hane Rorschach, gestempelt 10.09.1915

Am Fusse des Albula Pass liegt das Dorf La Punt, auf der Karte als "Ponte" benannt. Im Hintergrund befindet sich die kleine Gemeinde Chamues-ch.

Der Absender teilt Martha mit,

dass die Landschaft hier schön, aber doch eher langweilig sei. (kein Handy!). Allerdings war die Reise mit der Albulabahn eine schöne Fahrt.

Verlag Carl Künzli-Tobler Zürich
Verlag Carl Künzli-Tobler Zürich

Ein Personenzug verlässt mit der Lokomotive Ge 2/4 207 Ponte Campovasto (La Punt). Die Engadin Bahn/RhB bestellt insgesamt 7 Exemplare.. Diese erhalten die Nummer 201-207 und sind seit dem Eröffnungs - Jahr 1913 im Einsatz.

J. Feuerstein Schuls
J. Feuerstein Schuls

Was hat der Photograph wohl bei dieser Aufnahme gedacht? 

Madulein ist kaum zu erkennen, der "Engadiner" vorbeigerauscht (nur noch links klein sichtbar), das Kartenmotiv finde ich im

allgemeinen langweilig. Das alte Signal ist allerdings einen Hin-

gucker wert.


Maschinenfabrik Oerlikon, gestempelt 28.06.1918
Maschinenfabrik Oerlikon, gestempelt 28.06.1918

Es handelt sich um eine Ge 4/6 PS - Demonstration der Maschinenfabrik Oerlikon! Je nach Fabriknummer beträgt diese zwischen 600 - 800.. (die G 4/5 Dampfloks 105 - 129 bringen es auch auf 800!). Die erste Lok No. 351 wir am 18. Dezember 1912, die Letzte mit der 302 am 29. Aug.  1918 ausgeliefert. Gebaut werden sie durch die Firmen SLM/BBC/MFO und AEG. Insgesamt acht Maschinen sind für die Engadin Bahn / Rh.B im Einsatz. Die 353 ist noch heute betriebsfähig, die

391 befindet sich im Deutschen Bahnmuseum, alle anderen Maschinen wurden abgebrochen

Kurz nach der Eröffnung dürfte diese seltene Ansichtskarte bei Zuoz entstanden sein. Der Loko-

motivführer kann seine Ge 4/6 munter fahren lassen, die Linie ist gerade mit einem leichten Gefälle. Auffallend ist die breite Strasse nach Zuoz. Ob diese beim Bahnbau ausgebaut wurde,?Für die wenigen Postkutschen scheint sie mir doch ziemlich überdimensioniert.

Verlag Carl Künzli-Tobler zürich
Verlag Carl Künzli-Tobler zürich

Cinuskel, oder Cinuos-chel auf romantsch. Der Weiler gehört zur Gemeinde S-canf und markiert die Grenze zwischen dem Ober- und Unterengadin. Der Bahnhof liegt oberhalb des Dorfes. 

D. Mischal Schiers
D. Mischal Schiers

Eine seltene detaillierte Phtotographie unmittelbar nach der Fertigstellung des Inn Viaduktes bei Cinuskel. Noch fehlen die Oberleitungsmasten und das Geländer. "Es ist eine der charakteristischen, trotz ihres eleganten, leichten Bogens kraftvoll dastehenden Steinbrücken der Rhätischen Bahn, wie wir sie ähnlich von Solis und Wiesen her kennen", so die Schweizerische Bauzeitung vom 18. Januar 1913. Das Lehrgerüst wird zugleich auch noch für den Bau des Val Tuoi Viadukt gebraucht.

J. Feuerstein Schuls
J. Feuerstein Schuls

Die Ge 2/4 überquert die Brücke in Richtung Bever. Nach weiteren Tunnels und Brücken erreicht die Bahn südwärts die Ausweiche - Station Carolina und das Dorf Zernez.

 

Edition Guggenheim & Co. Zürich, gestempelt 04.05.1945
Edition Guggenheim & Co. Zürich, gestempelt 04.05.1945

Die RhB besitzt seit 1913 zwei Dampfschneeschleudern mit den Bezeichnungen R11 und R12. Die R 12 ist von 1913–1922 in Landquart beheimatet, danach bis 1935 im Engadin stationiert und wechselt 1935 nach Davos Platz. Bis Ende der Fünfzigerjahre ist sie im Einsatz, 1968 wird sie ausrangiert. Nach einem längeren Aufenthalt bei der Blonay Chamby Bahn renoviert das R12 Team um Martin Horat in Arth Goldau die Schleuder. Die R11 wurde bereits im Jahr 1966 in Samedan abgebrochen.

(interessante Infos unter www.dampfschleuder.ch)

Lokomotive Ge 4/6 No. 301 mit Zug bei Carolina

Edition Guggenheim & Co. Zürich
Edition Guggenheim & Co. Zürich

Westlich des Bahnhofs Zernez überfährt die Engadin Bahn den Fluss "Spöl", welcher vom Ofen-pass her in den Inn mündet. Die Karte vom Guggenheim Verlag finde ich "kräftig" coloriert, es gibt sie auch in einer schwarz- weiss Ausgabe.

Edition Guggenheim & Co. Zürich
Edition Guggenheim & Co. Zürich

Im Gegensatz zu den einfachen Holzkonstruktionen der Albula Bahn bauen die Architekten 

teils grosse Stationen aus Stein. Bei Zernez wird dann so richtig reingehauen; dementsprechend

sieht der Bahnhof ähnlich

einer kleinen Festung aus.

Edition Guggenheim & Co. Zürich, gestempelt 04.08.1915
Edition Guggenheim & Co. Zürich, gestempelt 04.08.1915

Ardez mit dem Stationsgebäude, dem Güterschuppen und dem typischen Transformer Häuschen

Soeben fährt der Zug aus Scuol in den Bahnhof ein. Auf seiner fünfzig Kilometer langen Reise überquert er über 55 Brücken und durchfährt insgesamt 17 Tunnels.

 

Nach dem sehenswürdigen Blick auf das Schloss Tarasp wird

der Kurort Scuol erreicht. Hier

ist vorerst Endstation, doch Graubünden hat eine Vision einer internationalen Bahnver-

bindung von München nach Milano. Wie viele geplante Projekte macht der erste Welt-krieg diese Idee allerdings zu-nichte.

Künzli & Tobler Zürich. gestempelt 10.07.1916
Künzli & Tobler Zürich. gestempelt 10.07.1916

Edition Photoglob Zürich
Edition Photoglob Zürich

Der Bahnhofsgebäude ist wuchtig, ebenso grosszügig sind die Gleisanlagen für die damalige Zeit. Das Panorama auf die südlichen Berge ist einzigartig, die Karte finde ich fantastisch coloriert. Bei solchen Verhältnissen Kaffee und Kuchen auf der Terrasse des Hotel Belvedere zu geniessen, ist wunderbar.