Photoglob Zürich, gestempelt 14. Juni 1924
Photoglob Zürich, gestempelt 14. Juni 1924

Ein aufstrebender Kandidat und ein weiterer Ansporn für den Bau einer Eisenbahnlinie ist das auf einer sonnigen Terrasse liegende Arosa. Zur Erschliessung des Kurortes gründet der Kanton Graubün-den eine Aktiengesellschaft, die ChA. Im Sommer 1912 beginnen die Bauarbeiten unter der Leitung von Oberingenieur Gustav Bener und seinem Stellvertreter Hans Studer, dem Erbauer des Wiesener Viadukts. Zweieinhalb Jahre später, am 12. Dez. 1914. kann der Bahnbetrieb aufgenommen werden.

Photoglob Wehrli Züich
Photoglob Wehrli Züich

Die Arosa Bahn beginnt auf dem Vorplatz des Bahnhofs. Den Zügen stehen die beiden Gleise 1 und 2 zur Verfügung und es besteht eine Verbindung. zur Strecke Landquart-Thusis. Rechts befindet sich das im Jahr 1899 markant gebaute

Hotel Steinbock, eine kleine Baumallee davor lädt zum gemütlichen verweilen ein. Beim Bahnhof Buffet dritter Klasse fährt soeben ein Saurer Post Cabrio vor.

Verlag unbekannt
Verlag unbekannt

.Auf der Strecke verkehren vier blauweiss lackierte Triebwagen mit den Bezeichnungen BCFe 4/4 No 1.-4.., geliefert von der

Wagenfabrik Schlieren und der

BBC. Die Fahrzeuge weisen 16 Sitzplätze in der zweiten und 24 in der dritten Klasse auf, hinzu kommt ein Gepäckabteil.

Das Werkphoto des Motorwa-

gen No 1 entsteht vor den

Werkstätten in Chur Sand..

Photoglob Wehrli AG Zürich
Photoglob Wehrli AG Zürich

Der Bahnhofplatz strahlt eine

gewisse Ruhe aus. Es sind nicht viele Reisende unterwegs und der Verkehr ist spärlich. Der Bahn-

hof mit Baujahr 1878 besteht bis heute, muss aber im Laufe der Jahre mehrere Umbauten über sich ergehen lassen. Das erste Aufnahmegebäude baut die

Vereinigte Schweizerbahnen im Jahr 1858. zusammen mit der Linie von Rorschach nach Chur. Die Rh.B gliedert sich 1896 ein.

Edition Photoglob Zürich
Edition Photoglob Zürich

Aehnlich einer Strassenbahn

bummeln die Züge durch die Stadt und erreichen beim

Obertor (13. Jahrhundert) das rechte Ufer der Plessur. Nun wird es ziemlich eng und der Lokführer muss konzentriert auf Fussgänger, Pferdewagen, Velos, gestresste Hausfrauen, Hunde bei Gassi etc. achten 

Edition Photoglob Zürich, gestempelt 07. Juni 1928
Edition Photoglob Zürich, gestempelt 07. Juni 1928

Ein gemischter Zug fährt den  Plessurquai entlang in Richtung Depot Sand. Auf der rechten Seite befinden sich einige herr-

schaftliche Villen. Gemächlich fliesst die kanalisierte Plessur talwärts und mündet in den Alpenrhein.

A. Reinhardt Chur
A. Reinhardt Chur

Eine wunderschöne Karte aus den ersten Betriebsjahren. In der Station Lüen-Castiel steht ein BCFe4 

mit drei 2 achsigen Personenwagen.. Davor posieren einige festlich gekleidete Männer, vermutlich sind es Persönlichkeiten, welche mit der Bahn in Verbindung stehen. Es könnte sein: Oberingenieur Gustav Bener oder sein Stellvertreter Ingenieur Hans Studer, Alfons Rocco: Architekt der Stationen, Herr-mann Schürch: Konstrukteur des Langwieserviadukts, Bauführer A. Zwygart oder J. Fleury, der Rh.B. Direktor Achilles Schucan, Vertreter der Politik und Wirtschaft und wer weiss ich noch alles.

Photoglob Wehrli Vouga AG Zürich
Photoglob Wehrli Vouga AG Zürich

Das fast ausschliesslich aus Bündner Schiefer bestehende

Schanfigg mit weichem und brüchigen Gestein ist für die Bahnarbeiter eine Herausfor-derung Es sind einige Kunst-bauten vonnöten; 19 Tunnels, 12 Lawinenschutz - Galerien und 52 Brücken. Auf dieser 

Photoglob Karte fährt ein

Zug bei St. Peter über einen dieser Viadukte.


 

Andr. Mané Rorschach
Andr. Mané Rorschach

Hin und wieder findet des Sammler eine seltene Ansichtskarte, welche sich nicht unbedingt eignet, um seinen Liebsten schöne Feriengrüsse zu schicken..

Ein solches Foto hat der Verlag Andre Mané aus Rorschach aufgenommen, den Eisenbahn Liebhaber freut's.

Photoglob Wehrli & Vouga & Co Zürich
Photoglob Wehrli & Vouga & Co Zürich

Eine neuartige Bauweise kommt beim Gründjitobel-Viadukt und dem Langwieser Viadukt zur Anwen-

dung. Anstelle einer Brücke mit mehreren Öffnungen entstehet ein Eisenbeton Bauwerk mit grosser Spannweite Der Gefahr, dass Pfeiler im Flusslauf unterspült werden, kann somit erfolgreich begegnet werden; seit dem Bestehen der Bahn konnte die Erosion diesen beiden Brücken kaum etwas anhaben.

Original Photographie, Verlag unbekannt
Original Photographie, Verlag unbekannt

Hier sind wir in Grindelwald auf Besuch. Im Bahnhof wartet ein Zug mit einer der sechs HG 3/3 Dampflokomotiven auf Reisende. Im Jahr 1914 wird die BOB elektrifiziert. Die Direktion beschliesst deshalb, ein paar Ihrer Loks zu verkaufen. Und wer könnte da ein Interesse daran zeigen?

A. Reinhardt Chur, gestempelt 22. April 1915
A. Reinhardt Chur, gestempelt 22. April 1915

Während der Bauzeit kommen 

die HG 3/3 Nummer 2 und 4 zum Einsatz. Sie führen die offiziellen Abnahmezüge.. Nach der Einweihung werden die  Dampfloks noch kurze Zeit im Güterverkehr gebraucht, in den

Jahren 1918 und 1920 aber

wieder verkauft. A. Reinhardt

nimmt eine der Maschinen in St. Peter-Molinis auf.

A. Reinhardt Chur, gestempelt 01. August 1919
A. Reinhardt Chur, gestempelt 01. August 1919

Die hübsche Station Peist. Alle fünf Zwischenstationen, Lüen-Castiel, St. Peter-Molinis, Peist, Langwies und Litzirüti baut der Aroser Architekt Alfons Rocco in einer neuartigen Normbau-weise. Er richtet seine Stations-gebäude weniger auf einen aus-geprägten Güterumschlag aus, sondern stellt eher das Wohn-haus mit einem angegliedertem kleinem Güterschuppen in den architektonischen Mittelpunkt.

A. Reinhardt Chur
A. Reinhardt Chur

Die Attraktion der 25 Kilometer langen Linie ist der Langwieserviadukt. Die Stahlbeton Bogenbrücke findet als erste betonierte Eisenbahnbrücke dieser Grösse weltweite Beachtung.. Die Bauarbeiten starten im August 1912 und enden m Dezember 1914, der Gesamtleiter für Planung und Bau war Ingenieur Hermann Schürch. Den Zuschlag für die Ausführung erhielt die Firma Züblin und Cie., Basel Es ist die grösste Brücke in Graubünden mit einer Höhe von 62 m und einer Länge von 284m, die Baukos-ten betragen CHF 625'000.--  

Edition Photoglob Zürich
Edition Photoglob Zürich

Der Viadukt, aufgenommen talwärts in Richtung Chur.

 


 

Photoglob Wehrli & Vouga & Co. AG Zürich,gestempelt 15. August 1935
Photoglob Wehrli & Vouga & Co. AG Zürich,gestempelt 15. August 1935

Der Viadukt, photographiert talaufwärts in Richtung Arosa.

Wehrli Verlag Kilchberg Zürich, gestempelt 29. Januar 1934
Wehrli Verlag Kilchberg Zürich, gestempelt 29. Januar 1934

Ankunft in Arosa. Bis 1890 ist Arosa kaum erreichbar, es gibt noch keine durchgehende Strasse Aber nach dem Bau des letzten Parts ab Langwies 

beginnt der grosse Aufschwung Sanatorien, Heilstätten, Hotels

entstehen in kürzester Zeit und ab 1900 gewinnt der Winter-sport stark an Bedeutung. Mit dem Bau der Bahn gilt Arosa sogar als ein Welt-Kurort

A. Reinhardt Chur, gestempelt 25. August 1916
A. Reinhardt Chur, gestempelt 25. August 1916

Der Bahnhof Arosa zur Zeit der Bahneröffnung. Die beiden Zürcher Architekten Meier und Arter

errichten den Hochbau, welcher sich von den Zwischenstationen deutlich unterscheidet. Auf Gleis 1 wartet eine längerer Zug auf die Abfahrt. Interessant, wie viel Bahnhofpersonal sich um den Bahn-betrieb kümmert und um das wohl der Gäste sorgen. Die Karte wird zwei Jahre nach der Eröffnung im Sommer 1916 abgestempelt.